Ein Hausbesuchsbericht aus dem Jahr 1968.
Ein Dokument aus einer Sprache der Beobachtung, Fürsorge und Verfügung. Namen und identifizierende Details wurden anonymisiert.

September 1968

Beim Hausbesuch wurde mit einem Angehörigen der Patientin gesprochen, welcher auch ihr Kurator ist und bei dem die Patientin wohnt.

Er sagt, es gebe mit ihr immer Schwierigkeiten: sie arbeite nicht, sie folge nicht, sie mache, was sie wolle, gehe im Ort umher, gebe viel Geld aus und könne nicht einteilen.

Oft schimpfe und schreie sie ohne Ursache, dann wieder singe sie auf der Straße, spreche mit sich selbst, weine vor sich hin; sie benehme sich so, dass er öfter fürchte, es werde etwas geschehen.

Im Haushalt leben auch Kinder. Er berichtet, dass sie diese öfter in ihre Kammer locke und ihnen Süßigkeiten gebe; er fürchte, sie könne ihnen etwas antun. Er selbst sei mit seiner Frau oft bei der Arbeit, und die Kinder seien dann allein zu Hause.

Der Angehörige meint, es wäre vielleicht gut, wenn sie zwei bis drei Jahre ohne Unterbrechung in der Anstalt bleiben könnte. Bisher sei es nach jeder Entlassung zwei bis drei Monate gut gegangen,
dann nicht mehr.

Die Patientin hat seit kurzer Zeit einen neuen Kurator, der sich sehr für sie einsetzt.

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